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Unter dem Titel "perlucidulus" Stellt Barbara Deutschmann am 23.04. 2010 Skulpturen und grafische Arbeiten vor.
Die Ausstellung der Bremerin Barbara Deutschmann, Gastkünstlerin im Wilke-Atelier in den Monaten März und April 2010, umfasste 4 Themenbereiche: Skulpturen aus unterschiedlichen Gesteinen, die die Künstlerin bearbeitet, aushöhlt und mit mit Gießwachs oder Harz luzide so verfüll, dass der optische Eindruck an Bernstein erinnert. Aus dem Kontrast zwischen dem schroffen Felsstück und den mattglatten Harzen ergibt sich eine sehr poetische Spannung. Die grafischen Arbeiten auf handgeschöpftem Papier aus unterschiedlichen Gräsern variieren strenge geometrische Grundformen, die die Künstlerin mit naturnah eingefärbten Wachsen oder Paraffin auf die grobe Oberfläche aufbringt. Die Arbeiten scheinen abstrakt, die geometrischen Formen nehmen jedoch Anleihen bei maritimen Körpern rund ums Atelier, bei Schiffen, Kransilhouetten oder Kajen. Wie bei den Steinskulpturen täuscht die Künstlerin durch ein raffiniertes Siel aus Flächen und Perspektivlinien absurde Räume vor. Die Fläche wirkt dreidimensional, wird zur paradoxen Skulptur. Das gilt auch für das wabenartige Ensemble aus sechseckigen perforierten Körpern, die entweder dunkel oder hell aus Paraffin oder Beton gegossen wurden. Ihre Anordnung erzeugt die optische Täuschung eines Reliefs, obwohl sie auf der selben Grundlinie aufgeschichtet sind. Über allem schwebt ein an die Decke projezierter Videofilm über das allmähliche Frühlingserwachen vor dem Atelierfenster, den die Künstlerin aus vielen täglichen Aufnahmen des selben Blickwinkels montiert hat.
Augentäuschungen im Wilkeatelier: Martin Voßwinkel aus Ottersberg beendet seinen Gastaufenthalt mit einer fulminanten Ausstellung vom 26.02. bis zum 01.03.2010
Martin Voßwinkel aus Ottersberg tanzt auf vielen ästhetischen Hochzeiten. Im Wilke-Atelier zeigte er mehrschichtige, dreidimensional anmutende Arbeiten auf Acrylglas und einige Dokumentationen seiner zahlreichen Verfremdungen städtischer Räume und Landschaften. Eine umwerfende Schau mit weiteren Dokumentation war zur selben Zeit in den benachbarten Räumen einer ehemaligen Holz- und Stahlbaufirma zu sehen. Voßwinkel hat Stadtlandschaften mit einfachen subtilen Mitteln so verändert oder verfremdet, dass ein neuer Eindruck entsteht oder wir Bekanntes mit anderen Augen sehen. Das Ergebnis hat er fotografisch festgehalten. Auch vordergründig unwirtliche Räume wie der leere Columbusbahnhof haben es ihm angetan. Sein Ideenreichtum für Installationen mit einfachen Mitteln kennt keine Grenzen. In 6 Wochen rastloser Tätigkeit ist eine unglaubliche Anzahl an Arbeiten mit unterschiedlichen Mitteln an unterschiedlichen Orten entstanden, die die Besucher in ungläubiges Staunen versetzt haben. Schon der organisatorische und logistische Aufwand an Absprachen oder Materialtransport ist mehr als beeindrucken.
Ausstellungseröffnung zwischen den Jahren: Wolfgang in der Wiesche zeigt seine Arbeiten am 27.12.2009
Der letzte Gastkünstler des Jahres 2009, das weitgereiste Braunschweiger Multitalent Wolfgang in der Wiesche, überrascht mit einer Videoinstallation und fröhlichen Landschaftsbildern in Acryl. Die Arbeiten unter dem Titel 'Island' / Insel kreisen mit sehr unterschiedlichen Mitteln um die Themen Wasser, Landschaft, Insel. Zwei in Bremerhaven entstandene Videoarbeiten in Schwarz-Weiß laufen simultan über einer Tonspur mit einer gesampelten Eigenkomposition. Ein Schiffsrumpf durchpflügt immerzu das Wasser, kommt aber nie an. Wellen rollen in langsamen Intervallen auf dem Strand aus. Der eher graue, wenig anheimelnde Eindruck der Filme steht im Kontrast zur heiteren, meditativen Tonfolge der Hintergrundmusik. Ein noch stärkerer Kontrast entsteht durch die hellen, farbenfrohen Acrylbilder in kleineren und mittleren Formaten, auf denen In der Wiesche Landschaften erfindet und auf ihnen kleine Begebenheiten mehr oder weniger figürlich erzählt. Die Acrylbilder, teils mit Mischtechniken kombiniert, wirken vielfach so zart, luzide und offen wie Aquarelle. Bei den Videoarbeiten, Kompositionen und seinen Bildern ist Wolfgang in der Wiesche ein semiotischer Erfinder. Er isoliert einzelne Zeichen und Strukturen aus Gesamteindrücken und montiert, 'sampelt' und clustert sie mit Computer oder Pisel bravourös zu neuen Welten zusammen.
Sonderausstellung Hagen Westphal vom 6. bis 12. November
Seit 21 Jahren lebt und arbeitet der Bremerhavener Maler Hagen Westphal, Jahrgang 1939, auf der Kanareninsel La Palma. Nun stellte er wieder einmal im Wilke-Atelier aus. Er zeigte vorwiegend neue Aquaralle, z. T. in Mischtechnik in Kombination mit verschiedenen Materialien. In vielen Arbeiten knüpft Westphal an seine alten Themen an: Menschen, Paare, mehr oder weniger figürlich, die mit Landschaften verschmelzen, karikaturenhafte Charakterköpfe u. a. Die Bilder haben nicht den Hauch von Alterswerken. Im Gegenteil, mit ihren frischen, hellen Farben sind sie packender denn je. Die Schau fand großen Anklang. Der Name Hagen Westphal hat in unserer Region nichts von seiner Zugkraft verloren.
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